Interview mit dem Vorstand Wolfgang Rieber

Wolfgang Rieber

Warum sind Auszubildende für Ihr Unternehmen so wichtig?
Als ein Unternehmen, das seit Jahrhunderten fest in der Region verwurzelt ist, sehen wir einerseits natürlich die Verpflichtung, jungen Menschen aus der Region gute und inhaltlich fundierte Ausbildungsgänge anzubieten. Andererseits ist es jedoch auch für unser Unternehmen wichtig, Wissen weiterzugeben und damit auch einen wesentlichen Beitrag zu unserer langfristig angelegten Personalpolitik zu leisten. Also ist es im Kern so wie bei einer Symbiose, dass beide Seiten von der Ausbildung im Unternehmen profitieren.

Was erwarten Sie von Ihren Auszubildenden?
Lust zu lernen und Neugierde auf das, was im Beruf ja doch so ganz anders ist als in den Lebensphasen vorher. Ob jemand Eigeninitiative entwickelt oder entwickeln kann, ist ganz sicher auch ein ganz wesentliches Merkmal, auf das wir bei der Auswahl unserer Auszubildenden sehr genau achten.

Dürfen Auszubildende in Ihrem Unternehmen sofort richtig mitarbeiten?
Ja natürlich, aber immer im Rahmen dessen was man ihnen in der jeweiligen Entwicklungsphase zutrauen kann und darf. Der Dialog mit den Ausbildern und den Fachkräften im Unternehmen hilft dabei sicherzustellen, dass in jeder Phase der Ausbildung das passende Leistungsspektrum im Fokus steht. Ich persönlich freue mich immer ungemein, wenn ich sehe, wie aktiv unsere Auszubildenden neben dem „normalen Arbeitsalltag“ in Projekten arbeiten, die sie sogar zum Teil selbst initiieren. Das ist toll!

Wieso ist es so wichtig, dass Auszubildende alle Bereiche des Unternehmens kennen lernen?
So ein Unternehmen kann man sehr gut mit einem lebenden Organismus vergleichen. Der ist auch nur gesund, wenn alle Teilsysteme in sich funktionieren und ständig mit anderen gut zusammenarbeiten. Leider wird es auch heute in vielen Unternehmen und Abteilungen unterschätzt, wie wichtig eine funktionsübergreifende Zusammenarbeit doch ist. Nur wer lernt und weiß, wie er seine Arbeit im Gesamtzusammenhang eines funktionierenden Systems einordnen muss, kann sich erfolgreich im Unternehmen entwickeln und bewegen. Dieses Wissen und das daraus resultierende Verhalten ist neben den fachlichen Qualifikationen eine ganz wesentliche Voraussetzung für die zukünftige Karriere.

Gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb oder außerhalb Ihres Unternehmens? Oder finden Sie das neben der normalen Ausbildung zu viel?
Ich glaube, dass mit den vielen Aufgaben, den Berufsschulzeiten und der Projektarbeit die Zeit ja eigentlich schon ganz gut gefüllt ist. Trotzdem belegen die Auszubildenden ja auch noch Kurse zum Beispiel zu Themen der Microsoft-Systemwelt oder auch sensorische Schulungen. Also insgesamt ein doch recht strammes Programm, wobei wir ihnen nicht im Weg stehen würden, wenn sie einen zusätzlichen Kurs zum Beispiel in Englisch belegen möchten.

Finden Sie auch, dass es immer schwieriger wird, qualifizierte Auszubildende zu finden?
Ja das ist so und es gibt viele Gründe dafür. In unserer wachsenden deutschen Volkswirtschaft ringen alle Unternehmen um eine leider immer knapper werdende Ressource, nämlich gute Auszubildende und gute Mitarbeiter insgesamt. Hierfür ist ein Grund die sinkende Geburtenrate in den letzten Jahren. Daneben drängen immer mehr Jugendliche nach der Schule direkt an die Hochschulen und stehen so erst später und meist ohne solide praktische Erfahrung dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Viele unserer Auszubildenden studieren nach ihrer Ausbildung an geeigneten Hochschulen nebenberuflich oder auch in Vollzeit. Damit schaffen sie für ihre berufliche Kariere exzellente Voraussetzungen.

Fakten über die Hardenberg-Wilthen AG

Rechtsform: Aktiengesellschaft
Sitz: Nörten-Hardenberg, Deutschland
Zweigniederlassung: Wilthen, Deutschland
Aufsichtsrat: Carl Graf von Hardenberg
Vorstand: Wolfgang Rieber
Mitarbeiter: 155
Branche: Nahrungs- und Genussmittelindustrie